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Listen machen

Nicht nur für die Weihnachtsgeschenke (für die eigenen Wünsche und die Wünsche der anderen) machen Listen Sinn. Es gibt auch Einkaufslisten, To-Do-Listen, Ranglisten, Bücherlisten usw.

Und weshalb nicht eine ganz eigene Liste kreieren, die einen noch gleich zum Schreiben anregt?

  • Die «5 besten Hotels», in denen ich je genächtigt habe;
  • die «10 Lieblingsrezpte aus meiner Mutters Küche» und gleich ein (Ess-)Erlebnis dazu schreiben;
  • die «5 besten Freunde» und sich über sein näheres Umfeld wieder einmal Gedanken zu machen;
  • die «10 Dinge, die ich nächstes Jahr ganz bestimmt tun werde», das wäre dann ein spielerischer Umgang mit seinen Vorsätzen, die man sich ja sonst besser nicht aufschreiben sollte, die einen aber ganz bestimmt anregen können, es endlich zu tun.
  • die «5 besten Chefs/Chefinnen, die ich je hatte» und gleich etwas über anderes und für das eigene Führungsverhalten lernen
  • Und wieso nicht die Listen zur Hand nehmen, die eingangs erwähnt wurden und die wir schnellstens zur Hand haben?

Die Liste der Listen lässt sich beliebig verlängern und wie wir sehen, bieten diese ganz konkret eine Lebenshilfe. Einen Literaturtipp gibt es hierzu auch, falls man vorerst keine eigene Liste erstellen mag: «Das grosse Buch der Listen: Wissenswertes, Kurioses und Überflüssiges» von David Wallechinsky und Amy Wallace. Sie haben darin ein Sammelsurium an Listen angelegt, worin man stöbern und sich Anregungen für eine eigene ungewöhnliche Liste holen kann.

Und hier geht es zum PDF dieses Schreibtipps.


Fotos|Copyright: Jolanda Heller

Rumpel, sitz!

Sitz-Besitznahme im Zug

aboutpixel.de | Trainspotting ©Paul Fiction

aboutpixel.de | Trainspotting © Paul Fiction

Wie haben Sie es frühmorgens, wenn Sie in den Zug einsteigen, die ersten Plätze in den Abteilen schon besetzt sind und Sie den nächsten freien Sitz belegen möchten? Es gibt 3 Typen von Sitzbesitznehmerinnen und -nehmer:

  1. “Ist hier noch frei?” Das ist die Einstiegsfrage, die dann ja auch meistens mit “Ja” beantwortet wird. Das ist freundlich und gut schweizerisch korrekt.
  2. “Guten Morgen.” Das sind die Progressiven, die sehen, dass der anvisierte Platz noch frei ist, aber nicht unhöflich erscheinen und einfach den leeren Sitzplatz annektieren wollen.
  3. RUMPEL. SITZ! Das muss nicht näher erklärt werden. Diese Personen schmeissen als erstes ihre Tasche hin, bevor sie selber auf den Platz hechten, ihr Notebook (Dell, HP, selten ein Mac) aufklappen und wie wild und äusserst beschäftigt darauf herum hämmern (iPod unerlässlich …). Diese Spezies kommt häufiger in der 1. Klasse vor, meist Männer, die meiner Schätzung nach 90 % der Fahrgäste in der 1. Klasse ausmachen.

 

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Möchten Sie wissen, ob Sie eher ein Links- oder Rechtsdenker bzw. Links- oder Rechtsdenkerin sind?

Sie also eher zu den Linksdenker/-innen gehören, die sich durch logisches, sequentielles und analytisches Denken auszeichnen und die mehr die Teile als das Ganze betrachten? Oder sich mehr den Rechtsdenker/-innen zugehörig fühlen, die nach dem Zufall und intuitiv vorgehen, holistisch veranlagt sind und subjektiv und die mehr das Ganze betrachten und weniger die detailbeflissen sind?

Auf der Webseite von Ries & Ries* habe ich diesen kleinen Test gefunden, nach dem Sie sich in wenigen Schritten analysieren lassen können. Viel Spass!

* Al Ries, der amerikanische Marketingstratege, und seine Tochter Laura haben in den 90-er Jahren Ries & Ries gegründet und einige Bücher zum Thema Positionierung ,Markenführung und zum Niedergang der Werbung und Aufstieg der Public Relations geschrieben (“The Fall of Advertising – the Rise of PR”, 2002).

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Das könnte ich sein, da am Fenster. Hinaus schauend aufs Wasser,  in diesem Haus am Meer oder am Fluss, umgeben von Büchern, bis an die Decke gestapelt in den Regalen stehend. Bücher von Literaten aus aller Welt, oder fast aller Literaten dieser Welt. All derer, die mich interessieren, oder ich denke, die könnten mich noch interessieren oder ganz einfach, die mich interessieren MÜSSTEN. Es sind die “grossen Romane“ und “grossen Stücke“, vor allem die deutschsprachigen, französischen und englischen, ein paar Übersetzungen aus dem Spanischen und Portugiesischen. Vielleicht auch aus dem Chinesischen und Japanischen? Sicher auch einige aus dem Russischen und Ungarischen. Und neben dem enorm langen Arbeitstisch, türmen sich schon die Neuerscheinungen, die jede Woche aus den Verlagen eintreffen. Ich wünschte, ich wäre das, da am Fenster, hinaus schauend aufs Wasser, in diesem Haus am Meer oder am Fluss, umgeben von Büchern …

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Hermann Burger: “Der Lachartist” (Prosastück)

Das Leben des Germanisten und Autoren Hermann Burger haben “drei hohe C’s bestimmt: “das Cimiterische, das Cigarristische und das Circensische“, so sagt sein alter Ego in seinem Roman „Brenner I. Brunsleben“. Das gibt beim Lesen viel zu Schmunzeln und Lachen, aber wie es so ist, dies kann leicht kippen. Der Lachartist erzählt vom kurzen und scheinbar schnell gelebten Leben des Protagonisten, der nur wenig zu lachen hatte.

Rund sechs Monate vor seinem Tod hatte Hermann Burger diesen Text fertig gestellt, zur Veröffentlichung kam er erst im Jahr 2009. Magnus Wieland und Simon Zumsteg haben zeitgleich mit einer Ausstellung im Literaturmuseum Strauhof in Zürich das Prosastück in der Edition Voldemeer des Springer Verlags herausgegeben.

Problematisches Mutter-Sohn-Verhältnis
Der Protagonist des brutalen Prosastückes hat den sprechenden Namen Riderius (ridere, lat.: lachen). Seine Mutter ist eine bildschöne Ärztin für Geschlechtskrankheiten mit tizianrotem Haar und einer Promotion zu “13 Arten des Orgasmus“. Sie ist jedoch nicht nur bildschön, sondern hat auch einen hässlichen Charakter, worin die Tragikomik so richtig zum Vorschein kommt. Der Junge wird zu Handlungen gezwungen, von denen Scherben und Sand essen und das vom Boden Auflecken der Zigarrenasche des Vaters nur einige der Experimente sind, die den Sohn zur Lebenstüchtigkeit erziehen sollen. Seine Rettung ist die Flucht ins Lachen, er wird als Erwachsener ein weltberühmter Lachkünstler.

Eine Geburt rückgängig machen
In Las Vegas holt ihn die Mutter schliesslich wieder ein. Zu einem Treffen wird es aber nicht kommen, Riderius stirbt an einer “Ejaculatio letalis“.  Im letzten Satz des Büchleins heisst es: “So hatte ich denn also meine von Anfang an verfehlte Geburt rückgängig gemacht.“ Grotesk, tragisch, höchst virtuos in seinen Wortspielen und Wortbildungen und einer offensiven Ehrlichkeit und Direktheit stellt sich uns der Schriftsteller Hermann Burger dar. Eine grosse Gefolgschaft hat er sich zwar nie “angeschrieben“. Als Sprachvirtuose wurden ihm aber einige grosse Preise verliehen. Unter anderem der Preis der Schweizerischen Schillerstiftung für seinen “Bildungsroman“  “Schilten“ (1977), der Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis (1980), der Friedrich-Hölderlin Preis der Stadt Homburg (1983) und der Ingeborg-Bachmann-Preis (1985) für „Die Fenster der Ingeborg-Bachmann-Preis (1985) für „Die Wasserfallfinsternis von Bad Gastein, ein Hydrotestament in fünf Sätzen“. Wer sich auf den ganz speziellen Duktus des Schriftstellers einlassen will, dem sei dieses schmale Bändchen als Einführung in sein Werk wärmstens empfohlen.

Verlag Springer Wien / New York, Edition Voldemeer
41 Seiten, ca. CHF 28.90 (Soft Cover)

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Vita Hermann Burger
Hermann Burger, geboren 1942 in Aarau, gestorben 1989 auf Schloss Brunegg, ist eine der schillerndsten Figuren der Schweizer Literatur im ausgehenden 20. Jahrhundert. Einem abgebrochenen Studium der Architektur an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) liess er 1965 den Wechsel an die Universität Zürich folgen, wo er Germanistik studierte. Nach dem Lizentiat (1972) promovierte er bei Emil Staiger über Paul Celan und habilitierte sich anschliessend mit einer Studie über zeitgenössische Schweizer Literatur. Kurz darauf gelang dem frischgebackenen Privatdozenten mit seinem ersten Roman “Schilten. Schulbericht zuhanden der Inspektorenkonferenz” (1976) auch als Schriftsteller der Durchbruch. Fortan gehörte er zu den ersten Namen der deutschen Literatur und wurde unter anderem mit dem Friedrich Hölderlin-Preis (1983) und dem Ingeborg Bachmann-Preis (1985) ausgezeichnet. Immer häufiger auftretende Depressionen erschwerten ihm zunehmend das Leben, das kurz vor dem Erscheinen des ersten Bandes der geplanten“Brenner”-Tetralogie durch eine Überdosis Medikamente sein jähes Ende fand. (…)

(Quelle: Literaturmuseum Strauhof Zürich – www.strauhof.ch)

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Handy ist nicht gleich Telefon

Eine Dame um die 55, offensichtlich jünger gemacht, ordert beim riesenschnurrbarttragenden Kellner einen Kaffee und nimmt nach einer Weile ihr Mobiltelefon in die Hand. Sie ruft eine Bekannte an, zur der sie nach einer Weile meint: “Ach so, am Häändy … dann sag doch nicht Teelefon.“

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Mit vollem Tisch schreibt sich ungern

Ein voller Schreibtisch lenkt ab. Vor allem vom Schreiben. Zu oft erledigen wir in dem Moment Dinge, die gar nichts mit damit zu tun haben. Fesselt der eigene Text nicht gleich, beschäftigen wir nur zu gerne mit etwas anderem. Mit etwas, das gerade so rum liegt oder erledigt werden müsste. Dafür halten Sie sich am besten einen Zettel bereit, auf den Sie all das notieren, was sie neben den Haufen auf dem Tisch vom Schreiben ablenkt.

Und hier geht es zum PDF dieses Schreibtipps.

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Schreibwerkzeug #6

Schreiben für Leserinnen und Leser

In den ersten drei Sekunden entscheidet eine Leserin, ob sie weiter liest oder nicht. Fesselt der Text nicht gleich, wird er beiseite gelegt. Schade, denn seine Texte wünscht man sich ja meist als gelesene – wer schreibt schon explizit für die Schublade?

Fragen Sie sich also immer, was der Mehrwert einer Lektüre sein soll.

Ein Mehrwert kann sein:

  1. Neues erfahren: Der Text enthält Informationen, die bisher nicht bekannt waren.
  2. Nützliches erfahren: Die Informationen aus dem Text helfen, Dinge effizienter, richtig und leichter zu erledigen. Der Lesende kann damit gar ein Problem lösen.
  3. Unterhaltung: Das Lesen des Textes bereitet Freude und vertreibt einem die Zeit.

Und wenn das Geschriebene nebst diesen Ansprüchen auch ein sprachlicher Leckerbissen ist, dann haben Sie das Lesepublikum für sich gewonnen.

Diesen Schreibtipp herunterladen als PDF.

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Und was, wenn plötzlich niemand mehr stirbt?

Der Lektüre des Buches stand eine Reise nach Lissabon bevor, fast zeitgleich mit dem Tod des portugiesischen Autors, der aus Protest gegen sein Heimatland auf Lanzarote lebte. Die Bücher des Literatur-Nobelpreisträgers von 1998 sind alle irgendwie politisch, so auch “Eine Zeit ohne Tod“ aus dem Jahr 2007. Was ist also, wenn in einem Land plötzlich niemand mehr stirbt? Diese scheinbar unpolitische Frage wird zu einer sozialen, einer religiösen und zu einer politischen Frage (überfüllte Krankenhäuser, mit der Pflege überforderte Angehörige, arbeitslose Bestatter etc.), um dann in einer Liebesgeschichte zu enden. – Ja, und sind es nicht so oder so vor allem die Liebesgeschichten, die uns immer wieder und etwas wehmütig an die Vergänglichkeit des Lebens erinnern?

Der Titel birgt eine Hoffnung, die auch der Inhalt des Buches bis zum Ende nicht aufgibt. Es ist heiter und lässt doch eine ernsthafte Auseinandersetzung mit angeschnittenen Themen zu. Gegen die Mitte des Buches treten während des Lesens zwar Ermüdungserscheinungen auf, doch ab da kriegt es wieder Schwung, der bis zum Schluss anhält.

Erschienen als Rowohlt Taschenbuch, 2009, CHF 15.90.

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